Was sind Bienen und wie kann man ihnen helfen?

Heutzutage hören wir oft, dass Bienen unsere Hilfe brauchen. Die Zahl der Insekten, vor allem aber der Bienen, ist rückläufig. Wie können wir den Bienen helfen? Um helfen zu können, müssen wir zunächst die Bienen kennenlernen.

Fast jeder weiß, was Bienen, Hummeln und Wespen sind – oder meint es zu wissen. Sie sind schwarz-gelb, oft pelzig und können stechen. Kinder lernen diese kleinen Tiere oft im Fernsehen oder im Puppentheater durch die Biene Maja kennen.

Aber wie sehen Bienen, Wespen und Hummeln wirklich aus? Sind sie alle gelb und schwarz? Wenn ja, würde ich das hier natürlich nicht schreiben. Es gibt viele Arten von Bienen, Wespen und sogar Hummeln. Wenn, du einige von ihnen kennenlernen möchtest. Dann lies bitte weiter und lerne die Vielfalt der Bienen kennen!

Aber wie kann man eigentlich Bienen, Wespen und Hummeln unterscheiden?

Um das herauszufinden, muss man schon etwas genauer hinschauen. Wenn du noch genauer hinsiehst, wirst du feststellen, dass es mehr als nur Bienen, Wespen und Hummeln gibt! Wenn du die Augen öffnest und genau hinschaust, wirst du eine faszinierende Vielfalt an Formen, Farben und Lebensweisen entdecken. In meinem Kurs „Spielerisch Insektenwelten kennenlernen“ haben die Kinder z.B. gelernt wie, die Rote Mauerbiene und die Blattschneiderbiene ihre Nester bauen.

Viele Menschen denken bei Bienen gleich an Honigbienen. Diese Bienen leben mit Tausenden von Bienen zusammen in einem Bienenstock und produzieren Honig. Aber es gibt auch viele Bienen die allein leben, wie z.B. Deutschland größte Wildbiene, die Violette Holzbiene.

Wer die Welt der Solitärbienen (Bienen, die nicht in Völkern leben), Wespen und der Hornissen– und Hummelvölker kennenlernt, wird von ihrer Vielfalt überrascht sein. Einige dieser Insekten, auch wenn sie „Bienen“ oder „Wespen“ genannt werden, entsprechen nicht dem klassischen Bild, das wir von diesen Insekten haben. Wie zum Beispiel die Blattwespen oder Goldwespen.

Goldwespe auf Insektenhotel. Insekten-Akademie
Goldwespe auf Insektenhotel. Diese Wespe ist gar nicht Schwarz-Gelb!

Wie leben solitäre Bienen und Wespen? – Wie können wir diesen Bienen helfen?

Das Spannendste an diesen kleinen Tierchen ist aber ihre Lebensweise. Die unterschiedlichen Arten, wie sie Nester und Höhlen für ihren Nachwuchs bauen und wie sie dabei auf geeignete Bedingungen im Lebensraum angewiesen sind. So sollte man z.B. die toten Stängel von mehrjährigen Pflanzen erst im Frühling entfernen. Diese werden nämlich oft von Wildbienen als Nest genutzt.

Nicht nur Honigbienen, sondern auch Wildbienen und Solitärwespen sind Pflanzenbestäuber und manche davon bekämpfen auch Schädlinge. Deshalb sind diese Insekten ein gern gesehener Gast im Garten oder auf dem Balkon. Viele Wildbienen sind sogar stechunfähig und eignen sich damit sehr gut, Kindern ein Stückchen Natur näherzubringen.

Nisthilfen für solitäre Bienen und Wespen

Mit einfachen Nisthilfen lassen sich Wildbienen kinderleicht in den Garten oder sogar auf den Balkon in der Stadt locken und dort ansiedeln. Diese Nisthilfen kannst du einfach selber zusammen mit deinen Kindern bauen. Milchkartons und Dosen lassen sich ganz einfach in nachhaltige Insektenhotels verwandeln.

Solitäre Bienen nutzen ganz unterschiedliche Baumaterialien für ihre Nester. Manche nisten im Boden wie zum Beispiel die Sandbienen, die sogar bis zu 60 cm Tief graben können! Die Große Harzbiene legt ihre Nester aber nur wenige Zentimeter tief an. Diese Nester kann man einfach übersehen. Wenn man gut hinschaut sieht man nur ein kleines Loch im Boden. Oft nistet die Große Harzbiene in Kolonien. Also, pass auf, die Nester bitte nicht zertreten!

Viele andere Solitärbienen nisten in festen Materialien wie Holz oder Lehm. Hier nutzen die Bienen oft vorgeformte Spalten oder Fraßgänge von Käfern. Auch gibt es Wildbienen, die in Pflanzenstängeln nisten.

Solitäre Bienen oder Wespen mit Nisthilfen helfen

Beim Bau eines Insektenhotels gibt es viele Möglichkeiten. Die Nisthilfen können aus Holz, Pflanzenstängeln, Stein oder Lehm gefertigt werden. Am besten ist es, Nisthilfen aus verschiedenen Materialien und mit verschiedenen Gangdurchmessern anzubieten.

Es gibt noch wenig Erkenntnisse darüber, welche Materialien zum Nisten von welchen Arten bevorzugt werden. Viele Beobachtungen zeigen, dass Bienen, welche in Nestern in holzigen Materialien geschlüpft sind, diese auch für den eigenen Nestbau bevorzugen. Fest steht, jede Art hat ihre speziellen Vorlieben. Es gibt aber auch Wildbienenarten, wie die weitverbreitete Rote Mauerbiene, welche Gangnisthilfen aus allen Materialien annehmen.

Nisthilfen aus Holz mit vorgefertigten Bohrungen sind einfach und preiswert herzustellen. Dabei ist es wichtig, dass das Holz unbehandelt ist. Das heißt, das Holz ist unlackiert und unlasiert. Ungeeignet sind auch Materialien aus Pressspan oder Imprägnierungen. Auch soll das Holz gut abgelagert sein, weil frisches Holz beim Trocknen reißt. Die Risse können die Nistgänge seitlich öffnen und untauglich machen.

Bienenhotel aus Holz mit Roten Mauerbienenmänchen. Insekten-Akademie.
Bienenhotel aus Holz. Die süßen Köpfe sind von Roten Maurerbienenmännchen. Die Bienen genießen hier die Sonne!

Wo sollte man drauf achten beim Bau einer Nisthilfe aus Holz:

  • Die Holzstücke oder Scheiben sollten mindestens 15 cm dick sein.
  • Die Bohrlöcher sind am besten zwischen 5 und 12 cm tief, durchstoßen aber auf keinen Fall den Holzblock. Laufgänge mit kleineren Durchmessern werden dabei weniger tief gebohrt als solche mit großen. Als Faustregel gilt hier: etwa 10-mal so lang wie breit bohren.
  • Die Bohrlöcher sollten verschiedene Durchmesser von 2 bis 10 mm aufweisen. Bohrlöcher mit einem Durchmesser von 3 bis 6 mm sollte es dabei etwas mehr geben.
  • Die Bohrungen dürfen sich nicht kreuzen oder berühren. Ein Abstand von 2 cm zwischen den Löchern ist jedoch völlig ausreichend.
  • Die Löcher sollten gut geschnitten sein. Möglicherweise solltest du einige unebene Holzstücke mit Schleifpapier entfernen. Sonst können sich die Bienen an den Flügeln verletzen!

Nisthilfen aus Pflanzenstängeln

Kinderleicht und doch wirkungsvoll sind auch Nisthilfen aus Pflanzenstängeln. Diese Nisthilfen lassen sich sehr gut mit Kindern basteln. Sie lassen sich schnell herstellen und man braucht nur wenig Werkzeug.

Die Stängel sollten so geschnitten werden, dass sie an einem Ende durch einen Stängelknoten verschlossen sind. Wenn du eine Stängel länglich durchschneidest kann man sehr gut sehen wo die Stängelknoten sich befinden (sehe Link). Offene Stängel werden von den Insekten nicht angenommen. Die abgeschnittenen Stängel sollten mindestens 10 bis 15 cm lang sein. Auch hier sollte der Innendurchmesser der Halme zwischen 2 und 10 mm variieren.

Wie man mit Kindern ein Bienenhotel aus ein Milchkarton oder eine Dose macht kannst du hier lesen.

Insektenhotels mit Kindern selbst bauen . Insekten-Akademie
Bienenhotel mit Kindern selbst bauen. Man kann die Dose oder die Milchpackung ganz toll bunt bemalen.

Vorgefertigte Insektenhotels sind leider oft keine Hilfe!

Leider sind viele handelsübliche Insektenhotels, die es mittlerweile überall zu kaufen gibt, nicht geeignet. Oft sind die Löcher zu groß, nicht tief genug, die Hotels enthalten falsches Material oder sind nicht richtig verarbeitet. Ausgefranste Löcher können die Flügel der Bienen beschädigen! Erwachsene Bienen häuten sich nicht mehr und können keine neuen Flügel wachsen lassen.

Oft kann man sehen, dass die Löcher in der Stirnseite des Holzes gebohrt sind. Diese Löcher werden in der Regel nicht akzeptiert, weil das völlig unnatürlich ist. In der Natur bohren die Insekten die Löcher von außen nach innen. Also von der Rinde, wenn sie noch da ist, waagerecht ins Holz. In Insektenhotels sollten die Löcher daher auch auf diese Weise gebohrt werden! Deswegen ist es auch wichtig um Totholz im Wald oder im Garten stehenzulassen!

Du willst wissen, welche Bienen Bienenhotels nutzen?

Weißt du eigentlich wie lange diese Bienen in einem Insektenhotel leben? Die Antworten auf diese Fragen erhältst du in meinem Kurs „Spielerisch Insektenwelten kennenlernen„. Hört sich das interessant an? Wenn ja, dann findest du hier weitere Informationen über den Kurs. Wenn du dich in die Warteliste einträgst, erfährst du als Erste/r, wann der Kurs stattfindet. Hier geht es direkt zur Warteliste.

Wie hilfst du Bienen? Schreib es mir in den Kommentaren!

Neues Jahr, neue Chancen: lerne im Januar 2023 kostenlos meine Geschichten kennen.

Ein Baby Grashüpfer - Insekten-Akademie
Grüni sucht seine Mutter, die viel größer ist als er.
Ein Marienkäfer - Insekten-Akademie
Marienkäfer hilft Grüni bei der Suche. Leider weiß er aber nicht, wie Grüni’s Mama aussieht. 

Während meinen erfolgreichen Workshop „Wie sehen Insektenbabies aus?“ werden wir uns gemeinsam eine zweite Geschichte über Grüni und seine neuen Freunde ausdenken. Ich kann fast nicht mehr warten, gemeinsam mit deinem Kind die neue Geschichte von Grüni zu schreiben! Du möchtest mit deinem Kind dabei sein. Dann melde dich hier für meinen ersten Workshop in diesem Jahr an!

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